Phishing erkennen

Wie erkennt man gefälschte E-Mails und gefälschte Webseiten war gestern das Thema bei einer internen Runde von Führungskräften bei einem Auftraggeber. Ich fasse die wichtigsten Erkenntnisse hier zusammen.

Links prüfen

Links prüfen! Gibt man in Google einen Suchbegriff ein, sollte man vor dem Aufruf einer der angezeigten Seiten zunächst einmal mit der Maus über den Link fahren – noch ohne die Seite aufzurufen. Dabei wird dann unten links im Browser die Adresse der jeweiligen Webseite angezeigt. Handelt es sich also zum Beispiel um eine deutsche Wikipedia Seite, müsste dann unten links im Browser wikipedia.de stehen. Stimmt die Überschrift in dem Link aus der Suche nicht mit dem überein, was unten im Browser angezeigt wird, ist Vorsicht geboten. Es könnte sich um eine gefälschte Webseite handeln.

Adressen prüfen

Auf Absender Adressen in E-Mails achten! Erhalten Sie eine E-Mail mit dem Absender Amazon. Service.com würde man denken, diese stammt von Amazon. Tut sie aber nicht. Entscheidend ist der Teil, der vor dem „com“ bzw. der entsprechenden Länderkennung (de etc.) steht. Es ist relativ einfach, zu Betrugszwecken eine Webseite zu bauen und in der Adresse irgendeine bekannte Firma davor zu setzen. So wie im Beispiel eben Amazon. Wir landen dann allerdings nicht bei Amazon, sondern bei Betrügern, die unsere Zugangskennungen und Kontodaten abfangen wollen.

Nicht unter Druck setzen lassen

Nicht unter Druck setzen lassen! Alle E-Mails oder auch Meldungen auf Webseiten, die irgendwie Druck ausüben, sind verdächtig. Beispiele sind Rechnungen, die am Freitagnachmittag ganz dringend schnell überwiesen werden müssen, oder Zugangsdaten, die sofort geändert werden sollen. Oder auch: Ihr Zugang wurde gesperrt! Klicken Sie hier und ändern Sie Ihre Zugangsdaten, ansonsten ist ihr Account nicht mehr nutzbar. Dabei ist es egal, ob diese Nachrichten von einer Adresse stammen, die Sie kennen. Möglicherweise sieht die Mail mit der dringlichst zu überweisenden Rechnung aus als käme sie tatsächlich aus der Buchhaltung Ihrer Firma. Das muss aber nicht so sein. Im Zweifel gilt: lieber fragen.

Dateiformate prüfen

Seltene Dateiformate erkennen! Dateianhänge an E-Mails werden in der Regel als PDF, Word Dokument oder auch Excel Dokument verschickt. Hat eine E-Mail einen Anhang in einem Dateiformat, dass Sie noch nie gesehen haben, öffnen Sie es vorsichtshalber nicht.

Fortsetzung folgt. Haben Sie Fragen oder benötigen Sie ein Datenschutztraining für Ihre Mitarbeitenden? Kontaktieren Sie uns gerne.

Datenschutz Adventskalener (3)

Digitale Bildung und damit der Schutz von Menschen durch Cyberangriffe ist heute wichtiger denn je. So hingeschrieben, klingt das erstmal völlig banal. Ich wünschte, es wäre banal. Der Grund liegt in der immer schnelleren Entwicklung der künstlichen Intelligenz, was vielen außerhalb von Fachkreisen noch gar nicht bewusst ist. Schon jetzt ist es möglich, mit einem Tonschnipsel von 30 Sekunden die Stimme einer Person für gefälschte Anrufe zu benutzen – um nur eine Möglichkeit zu nennen. Es ist nicht nur möglich, es wird gemacht.

Cybercrime - allgegenwärtig

Dasselbe gilt für Angriffe auf Netzwerke, die mit den Mitteln der künstlichen Intelligenz viel schneller und einfacher konstruiert und ausgeführt werden können als bisher. Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten auch für Kriminelle, die begrenzt technisch versiert sind.

Ein aktuelles Beispiel aus Australien hat The Guardian kürzlich veröffentlicht.

Stellt man diese Möglichkeiten neben die immer noch weit verbreitete digitale Unwissenheit, kann einem schon mulmig werden. Hinzu kommt, dass in vielen Unternehmen in Bezug auf die Etablierung von Informationssicherheit nunmehr eine gefühlte Sicherheit herrscht, als eine transparente und durchdachte.

„Wir haben ja ein Back-Up, also sind wir sicher“ ist eine weit verbreitete Aussage. In dieser Allgemeinheit kann aber niemand wissen, ob das Back-Up im Ernstfall standhält. „Standhalten“ heißt: sind alle Daten in einem Back-Up aktuell und verfügbar, die für den reibungslosen Betrieb des Unternehmens verfügbar sein müssen? Wird nur einmal wöchentlich eine Versicherung angefertigt, gehen im Zweifel Daten verloren. Das kann ein akzeptables Risiko sein - oder aber auch nicht. Falls nicht, muss man es wissen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen. Außerdem ist fraglich, ob nach einem Datenverlust das Back-Up auch zeitnah und vollständig wieder eingespielt werden kann. Um das zu wissen, sind regelmäßige Tests erforderlich.

IT-Sicherheitsbeauftragter behält den Überblick

Solche Fragen im Blick zu behalten und gezielt zu bearbeiten, ist die Aufgabe eines IT-Sicherheitsbeauftragten im Unternehmen. Unter anderem.

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Unterstützung brauchen oder einen IT-Sicherheitsbeauftragten bestellen wollen!